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Richtig zitieren und korrekte Quellenangaben in wissenschaftlichen Ausarbeitungen

Eigentlich ist es für jeden Studenten Pflicht, sich bereits in den ersten Semestern die Eigenheiten wissenschaftlichen Arbeitens anzueignen - ob nun durch Lesen der einschlägigen Bücher zum Thema oder durch den Besuch eines entsprechenden Seminars. Zweifellos wissen die meisten Studenten, wie man es richtig macht. Doch einige nehmen lieber den kürzeren Weg über den Datenklau oder das Umschreiben von bereits erschienenen Artikeln. Dass man in einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit stets Bezug auf andere Quellen nimmt, ist notwendig. Dennoch muss man grundsätzlich eigenes von fremdem Gedankengut klar und für jeden ersichtlich trennen.

Zitate richtig angeben

Inwieweit man ein Zitat direkt in den Text setzt oder als Fußnote einbaut, ist eine Frage seiner Relevanz. Für beides gibt es korrekte Vorschriften. Man unterscheidet auch, ob es sich um ein wörtliches Zitat handelt, das man einschließlich seiner eventuell falschen Schreibweise übernimmt, idealerweise optisch einrückt und in Anführungszeichen setzt, oder ob es ein sinngemäßes Zitat ist, das man nur indirekt zitiert. Auch bei indirekten und sinngemäß wiedergegebenen Zitaten müssen die Urheber korrekt genannt werden. Fasst man beispielsweise einen Absatz aus dem Buch eines Verfassers in einem Satz zusammen, kann man anschließend als Quellenangabe schreiben: (vergl. Mustermann 1966:27-30). Sind im direkten Zitat Schreibfehler enthalten, nutzt man das Wort "sic!" in Klammern, um darauf hinzuweisen, dass dieser Fehler in der Quelle so vorhanden war. Beispiel: "Der Wissenschaftler arbeitete nicht akurat (sic!)". Korrekt hätte dort stehen müssen "akkurat". Handelt es sich bei dem Zitat jedoch um einen älteren Text, der in der damals üblichen Rechtschreibung verfasst wurde, belässt man es dabei. Der Leser kann ja aus der Jahresangabe in der Quelle nachvollziehen, dass die Quelle historisch ist.

Je klarer, desto besser, lautet die beste Anweisung für Zitate. Dabei sollte man alles, was an dem Zitat nicht relevant ist, auslassen und die Stelle durch eine Klammer mit drei Punkten als Auslassung kennzeichnen. Beispiel: „Wird eine Textquelle (...) im Wortlaut wiedergegeben, (...) muß das Zitat seiner Vorlage bis ins kleinste Detail entsprechen.“ Hier wird deutlich gemacht, dass ein Teil des Zitat weggelassen wurde, um es zu straffen und auf den Punkt zu bringen, um den es geht. Der Autor des Zitats wird direkt im Anschluss an das Zitat in Klammern gesetzt, gefolgt von der Jahreszahl seiner Veröffentlichung und der exakten Seitenzahl, an der das Zitat zu finden ist. Zum Beispiel: (Mustermann 1988:130). Ist das Zitat auf zwei oder mehr Buchseiten verteilt, schreibt man entsprechend (Mustermann 1988:20-23) oder (Mustermann 1988:20 ff). Das kleine "ff" steht für "und folgende Seiten". Handelt es sich nur um eine einzige Folgeseite, nutzt man ein einfaches "f". Im Normalfall dauert es aber nicht wesentlich länger, die korrekte Seitenzahl in Ziffern anzugeben. Schwierig wird es, wenn man ein Zitat übernimmt, in dem die Verfasser selber etwas zitieren. Um dieses Zitat von dem ersten zu unterscheiden, setzt man das erste Zitat in Anführungszeichen, das Zitat im Zitat aber in ein einfaches Apostroph. Hervorhebungen durch den zitierenden Autoren müssen als durch ihn getätigt gekennzeichnet sein. Man tut dies, indem man im Anschluss an das Zitat "Hervorhebung durch den Verfasser" schreibt.

Korrekte Quellenangaben und Fußnoten

Die korrekte Angbe einer Quelle im Literaturverzeichnis könnte beispielhaft so aussehen: Mustermann, Edgar 1999: Der Verbraucher und seine Rechte. 1. Auflage, Musterstadt, Wissenschaftsverlag XY". Auf mehrfach verwendete Quellen verweist man nur einmal in voller Gänze, anschließend aber auf eine verkürzte Weise in einer Fußnote hin. Beispiel: Die komplette Quellenangabe bezieht sich beispielsweise auf einen bestimmten Aufsatz in einem Sammelband. Zitiert wird daher " Müller 2008:43 in: Maier et alii 2010". Bei den folgenden Nennungen dieses Artikels genügt in der Regel "Müller 2008:Seitenzahl," da ja der Titel vollständig und korrekt im Literatur- und Quellenverzeichnis zu finden ist. Idealerweise ist er als separat aufgeführter Artikel unter Müller ebenso zu finden wie als Sammelband unter Maier. Das Gleichgewicht zwischen der Textlänge und der Menge der Fußnoten sollte stimmig sein, weil der Text sonst scher lesbar ist. Man kann die Fußnoten direkt am unteren Ende der jeweiligen Textseite positionieren oder in einem separaten Teil im Anschluss an die Arbeit. Dies hat den Vorteil, dass der Text fließend gelesen werden kann. Der Nachteil ist jedoch, dass man die Fußnoten einzeln im hinteren Teil der Arbeit nachschlagen muss, anstatt sie mit einem Blick zu erfassen.


Wenn in einer wissenschaftlichen Arbeit auf verschiedene Beiträge eines Autoren verwiesen wird, müssen diese im Literaturverzeichnis im Anhang einzeln aufgeführt und nach Titel und Erscheinungsjahr geordnet werden. Haben zwei benutzte Titel dasselbe Erscheinungsjahr, kennzeichnet man diese gegebenenfalls mit Mustermann 1990 a und Mustermann 1990 b. Quellen, an denen mehrere Autoren mitgearbeitet haben, werden wie folgt benannt: Schmidt A., Möller, G., Müller, A. oder Schmidt, A. et alii. Das "et alii" steht für "und andere". Dieses lateinische Kürzel nutzt man vor allem bei mehr als drei Herausgebern oder Autoren.

Das A und O wissenschaftlichen Arbeitens

Die Kenntlichmachung von wörtlichen und sinngemäßen Zitaten, das Definieren bestimmter Begriffe und das korrekte Setzen von Fußnoten sind also das A und O des wissenschaftlichen Arbeitens. Dabei sollte man tunlichst nicht aus der Wikipedia zitieren, sondern aus anerkannten wissenschaftlichen Werken. Diese können durchaus auch im Internet oder in Fachzeitschriften veröffentlicht worden sein. Die Zitierregeln und Quellenangaben müssen hier besonders sorgfältig gestaltet werden. Gegebenenfalls sind Einverständniserklärungen für die Verwendung von Zitaten oder Textpassagen einzuholen. Dies gilt vor allem für unveröffentlichte Doktor-, Diplom- oder Magisterarbeiten oder private Internetseiten. Zitierfähig ist vom Grundsatz her alles, solange es nachgeprüft werden kann. So lautet die ungeschriebene Regel. Auch das Zitieren aus "grauer Literatur" und unveröffentlichten Arbeiten kann sinnvoll sein. Hier muss gesondert gekennzeichnet sein, dass es sich um solche Quellen handelt. Das Gleiche gilt für Gesetzestexte. Die Art und Weise, wie man zitiert, ist nicht einheitlich festgelegt und lässt einem innerhalb gewisser Regeln Freiräume der Entscheidung. Man sollte aber den Usus beachten, der im jeweiligen Studienfach üblich ist. Auch die Vorlieben des Prüfers können entscheidenden Einfluss auf die Zitierweise und das Anlegen des Literaturverzeichnisses haben. Wichtig ist, dass man die gewählte Zitierweise konsequent durch die ganze Arbeit verfolgt.


Ein wesentlicher Teil der wissenschaftlichen Arbeit ist es, eigene Gedanken zu bereits bekannten Zusammenhängen zu entwickeln oder diese neu zu bewerten oder in andere Zusammenhänge einzubinden. Zitate und Quellen dienen dabei dem Beleg oder der Abgrenzung und Klärung der eigenen Ideen. Es ist ein ehernes Gesetz in der Wissenschaft, dass man seinen Quellen gebührenden Respekt erweist. Abgesehen davon schützt das Urheberrecht auch wissenschaftliche Quellen vor unberechtigter Aneignung. Kopiert man also ganze Passagen aus dem Internet, macht man sich des Plagiats schuldig und hat - unabhängig von der sonstigen Qualität der eigenen Arbeit - seine Prüfungsleistung nicht erbracht. Dies gilt auch, wenn man einige Worte austauscht, umformuliert oder weglässt, um die Täuschung zu perfektionieren. Ein Teil der Prüfungsleistung ist es nämlich, den Nachweis zu erbringen, dass man wissenschaftlich sauber arbeiten kann! Zudem sollte eine wissenschaftliche Arbeit auch Jahre nach ihrer Abgabe eine ausreichende Quellenkritik und kritische Auswertungen möglich machen.

Zahlreiche Artikel und Bücher zum Thema wissenschaftliches Arbeiten sind bereits veröffentlicht worden. Sie widmen sich Detailfragen jeglicher Art. Auch ein Blick in die Literaturlisten und Anhänge wissenschaftlicher Arbeiten macht einem schnell klar, was übersichtlich ist und was nicht. Gegebenenfalls fragt man seinen Professor nach dem Standard, der im Fach üblich ist. Je sauberer man arbeitet, desto unanfechtbarer ist die Arbeit - und zwar selbst dann, wenn sie später inhaltlich widerlegt werden kann.

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